Die Jahre nach dem zweiten Weltkrieg

Im Jahre 1946 nahm der Verein seine Tätigkeit wieder auf. Zahlreiche Formalitäten waren zu erledigen bis am 24.3.1946 in der Gaststätte "Zur Reichsfahne" von Gastwirt Genkinger - das Vereinslokal war beschlagnahmt und der Vorsitzende noch in Kriegsgefangenschaft - eine Wiedergründungsversammlung abgehalten werden konnte, bei der ca. 60 Personen anwesend waren.

Die Vereinssatzung, die der Gründungssatzung von 1920 und den Vorstellungen der französischen Militärregierung entsprach, wurde beschlossen. Die Besatzungsbehörden hatten jedoch als Namen lediglich "Sportverein" gestattet. Am gleichen Tag wurde auch eine Vorstandschaft gewählt. Jetzt konnte auch der Spielbetrieb wieder beginnen. Im Hinblick auf den spielerischen Stand der Mannschaft ließ man sich freiwillig in die B-Klasse einreihen. Aber es dauerte nicht lange bis der gute alte Ruf der Queichheimer Fußballer wieder hergestellt war. Bereits 1949 konnte man in Queichheim wieder eine Meistermannschaft feiern.

Als schließlich die Kriegsgefangenen zurückgekehrt waren, darunter auch Friedrich Heim und das Vereinslokal wieder freigegeben war, kehrte das alte Zusammengehörigkeitsgefühl wieder ein. Am 5. April 1952 beschloß die Generalversammlung wieder den alten traditionsreichen Namen "FV Queichheim" anzunehmen. Nach dem Kriege nahm unter der Leitung von Kurt Ohmer, Kurt Mehl und Rolf Eberle die Jugendarbeit in Queichheim einen breiten Raum ein. Insbesonders Kurt Mehl war der Hauptinitiator der ersten Blütezeit im Jugendfußball in Queichheim. Kurt Mehl führt die Jugendabteilung bis zum Jahre 1976. Unter seiner Leitung war der Fußballverein erstmals in allen damaligen Jugendklassen von der A- bis zur D-Jugend vertreten. Die in der Nachkriegszeit wieder einmal schwierige Kassenlage änderte sich besonders dadurch, daß die Stadt Landau in den 50er Jahren die Instandhaltung des Sportplatzes übernahm und der Monatsbeitrag im Oktober 1961 auf 1,00 DM angehoben wurde. Die spielerischen Erfolge des FVQu drückten sich förderhin in mancher Meisterschaft in der B-Klasse aus. So konnte die Spitzenplatzierungen in den Jahren 1948/49, 1951/52, 1955/56, 1956/57 und 1958/59 erreicht werden, wobei in den Jahren 1955/56 und 1956/57 gleichzeitig auch die Pokalmeisterschaft des Kreises Landau errungen werden konnte.

Sportlicher Höhepunkt in den 50er Jahren war der Aufstieg in die A-Klasse im Jahre 1952; der Klassenerhalt war leider jedoch nur bis 1954 möglich. Am 15. und 16. Mai 1960 feierte der Verein sein 40jähriges Jubiläum; das 25jährige war wegen dem Weltkrieg ausgefallen. Anläßlich dieser Veranstaltung erhielten Karl Lallmann, Hans Christ und Kurt Ohmer für ihre großen Verdienste für den Fußballsport die Ehrennadel des Südwestdeutschen Fußballverbandes. Außerdem wurde der zwischenzeitlich zum Ehrenvorstand ernannte Friedrich Heim mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.

Im Februar 1961 verzog der langjährige Vorsitzende Friedrich Heim nach auswärts. Mit ihm verließ ein altbewährtes, verdientes Mitglied Queichheim. Es spricht für den guten Geist im FVQu, daß die Lücke, die durch den Wegzug von Friedrich Heim entstand, geschlossen werden konnte. Der bisherige 2. Vorsitzende Konrad Müller übernahm bis zum 4.4.1963 dieses Amt. An diesem Tag wurde er durch ein schweres Leiden allzu früh aus der Mitte seiner Sportkameraden gerissen.

Ein Novum in der Vereinsgeschichte war die am 8. August 1962 erfolgte Festlegung, wonach auch Jugendspieler einen Mitgliedsbeitrag zu entrichten hatten. Für A- und B-Jugendliche wurde ein Betrag von 50 Pfennig und für C- und D-Jugendliche von 30 Pfennig pro Monat festgesetzt. Auf sportlicher Ebene hatte der FVQu weitere Erfolge errungen. Im Pokalendspiel der B-Klasse des Kreises Landau am 4.3.1962 in Herxheim konnte Insheim in überzeugender Manier niedergerungen werden. In der Spielzeit 1962/63 schaffte der FVQu erneut die Meisterschaft in der B-Klasse und den Aufstieg in die A-Klasse. Mit einem regelrechten Durchmarsch sicherte sich die 1. Mannschaft bereits in der folgenden Saison auch den Meistertitel in der A-Klasse Süd. Die Mannschaft ging dann in die Aufstiegsspiele zur zweiten Amateurliga Vorderpfalz. Dem zielstrebigen Wollen blieb der Erfolg versagt, zumal die vorangegangen Spiele zuviel Kraft gekostet hatten. Folgende Spieler waren an diesem Erfolg beteiligt: Karl Allgaier, Manfred Antretter, Otto Baumann, Otto Brand, Rudi Bozung, Manfred Eßwein, Peter Gehr, Kurt Kaiser, Alois Kestel, Heinz Lauer, Hans Linsenmaier, Karl-Heinz Linsenmaier, Hermann Münch, Otmar Münch, Helmut Rahm, Peter Ramsthaler, Gerhard Roth, Josef Schultz.

In den Folgejahren konnte der FVQ die A-Klasse halten.

Der Verein war jedoch immer zu besonderen Leistungen fähig, wenn er gefordert wurde und dies nicht nur auf sportlichem Sektor. Ein Beweis hierfür ist die Initiative, die zur Installation der Beleuchtung am Sportplatz führte. Nachdem diese Frage erstmals 1962 intern diskutiert wurde, faßte man das Projekt 1965 ernsthaft ins Auge. Mit Zuschüssen der Stadt Landau und des Südwestdeutschen Fußballverbandes wurden die Lampen bestellt und erneut in vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit unter Mithilfe der Stadtwerke und der Freiwilligen Feuerwehr montiert. Die Inbetriebnahme erfolgte dann im Januar 1966.

In den Nachkriegsjahren wurde neben dem Sport auch das gesellige Leben des Vereins mehr und mehr zu einem wesentlichen Faktor. Nicht nur, daß es zur Festigung der Kameradschaft und Zusammengehörigkeitsgefühls unter den Spieler, Mitgliedern und Freunden des Vereins beitrug, auch die Kassenlage konnte dadurch erheblich verbessert werden. Nicht zuletzt dienten auch die alljährlichen Vereinsausflüge, die oft weit über die Grenzen der engeren Heimat hinausführten, der Pflege der Kameradschaft. Die Weihnachtsfeiern, Sommernachtsfeste, Theateraufführungen und Faschingsveranstaltungen in der Queichheimer Turnhalle waren in dieser Zeit Bestandteil des kulturellen Lebens des Ortsteils Queichheim geworden.

Die Bemühungen der verantwortlichen Männer, vor allem des langjährigen Vorsitzenden Josef Röhrl und seines Rechners Heinz Eberle, haben sich auch hierin gelohnt. Eine Neuerung, die bis heute Bestand hat, wurde am 21. August 1963 eingeführt. Die Trikots der 1. und 2. Mannschaft wurden nach den Spielen von Robert Weyland eingesammelt und in die Wäscherei des damaligen Spielers Peter Ramsthaler zum Waschen gebracht. Diese Aufgabe wird von Peter Ramsthaler bis zum heutigen Tag noch übernommen, wobei auch die Trikots der Jugendmannschaften inzwischen noch hinzugekommen sind.

In der Sitzung des Ausschusses am 12. Oktober 1963 packte die Vorstandsschaft ein für den FVQu bis in die heutige Zeit aktuelles Projekt an. Erstmals wurde ernsthaft der Bau einer eigenen "Vereinsunterkunft" erörtert. In einer weiteren Ausschußsitzung am 20. Mai 1964 wurde ein Bauausschuß mit fünf Mitgliedern gebildet. Vorstand und Ausschuß waren sich bereits damals einig, daß dieses Vorhaben nicht leicht zu verwirklichen sein würde. Deshalb wurden keine ernsthaften Bedenken gegen die Bemühungen des Verwaltungsausschusses für die Turnhalle erhoben, einen entsprechenden Trakt an die Turnhalle anzubauen, der den Ansprüchen des Fußballvereins gerecht würde. Dieses Projekt war aber bereits damals nicht zu verwirklichen und so hatte sich indessen der FVQu entschlossen, mit aller Kraft den Bau eines eigenen Clubhauses zu betreiben, um sich so eine Heimstätte zu schaffen, von der aus für die Zukunft ein erfolgreiches Wirken für den Verein möglich sein sollte.

Das Bestehen einer AH-Mannschaft wird erstmals im Protokoll zur Ausschußsitzung am 19. August 1964 erwähnt. In dieser Mannschaft konnten fortan ehemalige aktive Spieler des Vereins weiterhin dem Fußballsport nachgehen. Aber auch die Pflege der Kameradschaft hat sich diese Mannschaft zum Ziel gesetzt. Unabhängig von den Planungen für ein Vereinsheim startete der FVQu am 15. März 1967 eine weitere Initiative mit dem Ziel, mit dem Turnverein Queichheim eine Fusion einzugehen, um die sportlichen Kräfte in Queichheim zu bündeln. Dieses Ansinnen wurde jedoch nach ersten Gesprächen mit dem Vorstand des Turnvereins aufgrund dessen Ablehnung am 10. Mai 1967 bereits wieder zu den Akten gelegt.

Bemerkenswert war 1968 die Feststellung des Rechners Heinz Eberle in der Generalversammlung, daß die Vereinskassenlage gute Verhältnisse ausweise, nachdem der Spieler Hans Linsenmaier "verkauft" wurde. Damit begann auch in Queichheim das Zeitalter, in dem die finanzielle Behandlung von Spielern ein wesentlicher Teil der Vereinsarbeit ausmachte, wie die Protokolle der folgenden Jahre zeigen. Manch alte Mitglieder mögen dabei mit Wehmut an die Zeit zurück denken, in der eigenes finanzielles Engagement gefordert war, um überhaupt Fußball spielen zu können.

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